Roots and Shoots

Präsentation von vier österreichischen Roots & Shoots-Projekten und Vortrag Dr. Jane Goodalls im Festsaal des Wiener Rathauses am 12. 09. 2019

Das Jane-Goodall-Institut besteht in Österreich seit 16 Jahren und betreut Projekte wie Roots & Shoots, bei dem es um holistische Ansätze zum Schutz von Mensch und Natur geht. Roots & Shoots ist ein weltweit agierendes Kinder- und Jugendprogramm, das sich für Umwelt, Mensch und Tier engagiert. In Österreich gibt es 300 Roots &Shoots-Gruppen, die nach dem Motto “be change, be Jane“ mit kleinen Dingen Großes bewirken wollen.

Als internationale Testimonials haben sich unter anderem Persönlichkeiten wie Arnold Schwarzenegger, Justin Timberlake, Angelina Jolie oder Brad Pitt zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen der Veranstaltung vom 12. 09. 2019 wurden vier österreichische Projekte präsentiert.

  • Die Modeschule Hetzendorf stellte nachhaltig produzierte, aus recyceltem Material gefertigte Handtaschen vor. Die Arbeitsanleitung ist auch auf der Homepage der Modeschule abrufbar, sodass Interessierte diese Accessoires nacharbeiten können.
  • Die Schulen der Franziskaner in Zwettl stellten ihren Song „Lasst uns die Erde retten“ sowie ihr bereits seit acht Jahren laufendes Partnerschaftsprojekt mit Peru vor. Mit Spendengeldern wird in Peru eine 22-klassige Schule gebaut, die knapp vor der Fertigstellung steht. Außerdem gibt es in Zwettl und in Peru Müllsammelprojekte, die von den Schulen der Franziskaner betreut werden.
  • Die beiden Salzburger Brüder Jakob und Tobias Aggsteiner haben gemeinsam das Projekt „Tell Your Story“ ins Leben gerufen. Mithilfe von Fotos und Postern wurden Geschichten aus der Natur dargestellt.
  • Die BAFEP Linz (Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik) präsentierte ihr Projekt „Lebensraum Schule“, bei dem es um Gesundheit, Umwelt und Frieden geht. Im Schulgarten werden Obst und Gemüse – teils in Hochbeeten – angebaut, Gartensitzmöbel für die SchülerInnen werden nachhaltig in Handarbeit hergestellt, ein Steingarten wurde angelegt und die Ernte wird für die SchülerInnen verarbeitet. Ein von einer Schülerin selbst komponiertes Lied im oberösterreichischen Dialekt rundete die Präsentation ab.

Als Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung ergriff Dr. Jane Goodall selbst das Wort, erzählte über ihren Werdegang von der Schülerin zur Studentin bis hin zur weltweit anerkannten Expertin für Schimpansen. Ihr größter Traum war es, schon früh nach Afrika zu gehen, allerdings fehlte ihr dazu das nötige Geld. Ihre Mutter hatte ihr die Devise „Gib nicht auf  – kämpfe für deinen Traum“ mit auf den Weg gegeben. Nach Abschluss der Universität nahm sie daher einen für sie eher langweiligen Job an, um Geld für ihre Pläne zu sparen, sodass sie sich schließlich ihren Traum erfüllen konnte, Schimpansen in ihrem Habitat in Tansania zu studieren und ihre Doktorarbeit über ihr Verhalten zu schreiben.

Als sie ihre Doktorarbeit an der englischen Universität Cambridge einreichte, fanden es die älteren Forscher seltsam, dass sie ihren Studienobjekten Namen statt Nummern zugeteilt hatte. Sie konnte ihren Kollegen aber zweifelsfrei beweisen, dass Schimpansen Emotionen wie Angst, Aggression, Eifersucht, Freude, Liebe oder Mitleid haben, dass sie sich in ihren Familienverbänden sogar küssen oder an den Händen halten. Im Rahmen ihrer Forschungen zur Verhaltensforschung lernte sie auch den österreichischen Wissenschaftler Dr. Konrad Lorenz kennen, der eine große Inspiration für sie war.

Durch ihre Arbeit im Regenwald von Tansania fand sie heraus, dass jede Spezies, sei es Pflanze oder Tier, eine eigene Aufgabe zu erfüllen hat und was es bedeutet, wenn eine davon ausstirbt.

Sie hat die große Armut der Menschen in Afrika selbst miterlebt und hat daher verstanden, dass die Menschen, um selbst überleben zu können, Teile des Regenwaldes niederbrennen oder abholzen, um Felder für ihre täglichen Bedürfnisse anlegen zu können. Wenn man also dem Regenwald helfen möchte, muss man zuerst den Menschen dabei helfen zu überleben, ohne den Regenwald abzuholzen. Man muss den Menschen auch klar machen, dass sie sonst ihre eigene Zukunft aufs Spiel setzen, wenn sie ihre eigene Sauerstoff- und Lebensquelle zerstören. Wasser, Sauerstoff und frische Luft kommen aus den Regenwäldern und aus den Weltmeeren, die heute fast völlig in einen Mantel aus CO2 und anderen Treibhausgasen gehüllt sind. Teilweise ist der hohe Fleischkonsum dafür verantwortlich zu machen. Für die Tierhaltung wird immer mehr Regenwald zerstört, um die Anlage von Weideland und die Produktion von Futtermitteln zu ermöglichen. Dr. Jane Goodall verglich in diesem Zusammenhang zudem die gängige Praxis der Massentierhaltung mit dem Leben in Kzs.

Manche Jugendliche sagen: „Ihr Alten habt unseren Planeten zerstört, wir können nichts mehr machen.“ Das ist aber falsch, die Natur besitzt eine hohe Selbstheilungskraft, sie verzeiht viel. Jeder noch so alte Baum ist aus einem winzigen Samen und einem Schößling entstanden, hat sich zum Licht der Sonne gedreht und Wasser aus dem Boden aufgenommen. Wir können Teil dieses Kreislaufs werden indem wir Bäume pflanzen.

Zum Abschluss ihrer Rede sprach Dr. Jane Goodall die Jugend der Welt persönlich an und wies darauf hin, dass es nicht zu spät sei, die Welt zu retten, zum Beispiel im Rahmen des Roots & Shoots-Projektes, egal, ob die Jugendlichen Bäume pflanzen, Komposthaufen anlegen oder im Tierschutz tätig sind.

Wir als Menschheit haben es mit unserem Intellekt geschafft, Menschen auf den Mond zu schicken, daher sollte es auch möglich sein, die Umwelt zu retten.

Als Beispiel führte sie an, dass in Österreich Dr. Konrad Lorenz durch seinen Einsatz dazu beitrug, dass das Atomkraftwerk in Zwentendorf nicht in Betrieb gehen konnte und dass die Donauauen gerettet wurden.

Als Jane Goodall vor vier Jahren mutterlose Schimpansen, die gerettet worden waren, im Kongo auswilderte, rannte eines der Affenmädchen nicht gleich nach seiner Freilassung weg, sondern umarmte Dr. Goodall. Für sie war das ein Zeichen der Hoffnung. Der jungen Affendame, die weiter von einer Forschungsstation überwacht wird, geht es gut, sie hat in der Zwischenzeit selbst eine Tochter.

Die große Forscherin beendete ihren Vortrag mit den an die Jugendlichen gerichteten  Worten:

„Gemeinsam KÖNNEN wir den Planeten retten,

gemeinsam WERDEN wir den Planeten retten.“

Ilse Abdel Nabi

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